Köbis Kinderzimmer
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Bli-bla-blog
Stressig!
07.06.2011 20:13:23

Leute, hab' ich das stressig: Meine Halbschwester Louisa (14) aus den USA ist seit einer Woche zu Besuch. Sie ist manchmal ein wenig komisch, ruft 25 Mal pro Stunde ihren Namen und lacht wenn kein anderer lacht. Ich habe schon meine Mama gefragt, was da los ist, aber was soll denn ein 3jähriger Junge wie ich mit der Informaltion "geistige Behinderung" anfangen, hä!? Die ersten Tage fand ich Louisa noch echt lustig, aber heute hatte ich einfach mal genug und hätte mir eine Pause gewünscht. Vor allem weil meine Eltern jetzt so oft Englisch reden und ich nichts verstehe. Aus Witz haben sie mit mir auch schon so geredet. Ich kann YES und NO, und COME ON, LOUISA. MOVE! wenn sie mal wieder meinen Buggy nicht so fleissig scheibt. Aber sonst!? Verstehe nix! Bin angenervt!


Aber so ein Besuch der Halbschwester hat auch irre Vorteile: Mama macht ordentlich Programm, wenn Papa tagsüber arbeitet. Am Montag waren wir in einem schönen Wildpark mit Hüpfburg, Riesenrutsche und Klettervulkan. Ich habe es als einziger und fünf Jahren auf den Klettervulkan geschafft. Natürlich ohne Hilfe! Und ganz grosse Jungen haben mich mit auf die Riesenrutsche genommen, als Mama nach dem zehnten Mal rutschen nicht mehr wollte.


"Wir müssen da aber nochmal mit Papa hin! Und dann will ich auch Böötli fahren!", habe ich Mama bestürmt, als wieder mal ihr Geld alle war. Ich versteh' das nicht. Für alles hat sie Geld, aber 1-Eurostücke für grosse gelbe Bagger, Kettenkarussels, elektro Motorräder und springende Boote hat sie immer nur ein oder zwei bevor sie endgültig pleite ist.


Heute waren wir hier in der Schweiz auf einem kleinen Bauernhof mit angegliedertem Spielplatz. Das ist kein normaler Spielplatz, sondern einer, auf dem es alte Traktoren, Strassenwalzen, Boote, Bergbahngondeln und viele Tiere zum Streicheln gibt. Mama und Louisa haben vor allem Kaffee getrunken (Mama) und Wurstsalat gegessen (Louisa). Ich habe fast vier Stunden versucht die alte Dampfwalze zu reparieren. Leider ohne Erfolg. "Ich bin doch ein Mechaniker, ich kann das!", habe ich allen Kindern zu verstehen gegeben. Aber am Ende blieb die Dampfwalze stumm. Naja, ich hatte trotzdem meinen Spass und ein Glacé gab es obendrein noch, weil der Rückweg zum Parkplatz fast einen Kilometer lang ist. Man geht unter Apfelbäumen über ein Feld. Echt idyllisch, findet Mama und ich habe die Bienen gezählt.


Mal sehen was wir morgen machen. Von mir aus nochmal den Wildpark. Ich habe schon mal vorsichtig nachgefragt.

Besuch, Teil 1
01.06.2011 20:58:05

Hallo Ihr Lieben!


Da war mein Papa plötzlich einfach so nach Amerika geflogen. Mir kam es vor als wären es Jahre. Ich habe morgens geweint was das Zeug hielt, aber meine Mama hatte keine Tricks auf Lager: Papa kam erst nach vier (VIER! 4!) Tagen zurück. Dafür hatte er aber eine grosse, sogar sehr grosse Überraschung im Gepäck. Meine 14jährige Halbschwester Louisa.


Mit Louisa habe ich mächtig Spass. Wir lachen den ganzen Tag, haben schon zusammen gebadet, gemalt, gekocht und waren heute auf dem Spielplatz in der Stadt.


Ausserdem habe ich heute meine erste Horn-Unterrichtsstunde von Mama bekommen. Ich kann schon das "Ton für Ton" Lied aus dem Lehrbuch, 1. Lektion spielen. Und singen!! Ich und singen!! Das muss man sich mal vorstellen, denn normalerweise singe ich nicht freiwillig. Ich war aber so bollestolz auf mein Können und wollte Mama beschwatzen, dass sie mich mit zu ihrem Jugendorchester nimmt, aber sie wollte nicht. Wahrscheinlich denkt sie, ich würde die Lust verlieren, wenn wir so früh mit dem Unterricht anfangen und Unterricht bei den eigenen Eltern ist sowieso blöd. Und dann hat sie wahrscheinlich noch Angst, dass sie mich vorziehen würde, oder ich es nicht gut genug machen würde und sie vielleicht traurig wäre. Wer weiss das schon so genau.


Mein Papa ist gerade kurz davor, seinen eigenen ersten Blog zu schreiben. Paps bekommt nämlich gerade einen Crash-Kurs in Sachen Haushaltsführung. Louisa wird nämlich vier Wochen hier sein und Mama geht ab nächster Woche wieder arbeiten. Da wird sich Papa um uns beide kümmern und Mama hat insgeheim Angst, dass alle Hausarbeit an ihr hängen bleibt. Entweder in den vier Urlaubswochen von Louisa, oder hinterher, wenn alles renoviert werden muss. Hui, hauptsache Papa liest das jetzt nicht, sonst ist er gleich wieder beleidigt. Ich glaube einfach, er ist gerade ziemlich empfindlich und dünnnervig. Vielleicht weil seine 16jährige Tochter dieses Jahr nicht hier Urlaub machen will?! Ich habe auch schon geheult deswegen, aber mir wird immer gesagt, dass sie keine Zeit hat. Schaaaaade!


Ich bin übrigens schon ziemlich fit, was Buchstaben angeht. Überhaupt buchstabiere ich gerade fast alles, was mir so unter kommt: P O L I Z I S T,  V E L O,   N A C H T E U L E...


Naja, nicht alles klappt so richtig, aber für einen 3jährigen ist es echt ganz ordentlich glaube ich. "hohoho" schreibe ich nun innerhalb von Sekunden an meine Tür-Tafel und eine "8" kann ich auch schon malen.


Wenn meine Eltern mal wieder Englisch reden, damit ich von dem Gesprächsinhalt nichts mitbekomme, beschwere ich mich fest: "Hallo! Ihr zwei sollt nicht Englisch sprechen, damit ich nichts verstehe!"


Und heute morgen, als ich um 7 Uhr wach war und Louisa wecken ging, sagte ich noch schnell: "Jetzt könnt ihr zwei Schipfu-Schipfu machen, wenn ihr wollt" - und habe schnell die Tür zugeknallt.



Viele Grüsse,


Euer Köbi

Böötli fahren... hoho!
27.05.2011 15:01:33

Oh, wisst Ihr was ich gerne esse? Kombaber-Kompott... äh Rhababer-Kompott - natürlich selbstgemacht von Mama. Am liebsten auf Vanilleeis, obwohl ich mir an einer Eisdiele natürlich das GRÜNE oder das BLAUE aussuchen würde, auch wenn es in Wirklichkeit scheusslich schmeckt. "Ist da Aroma drin, Mama?"




Gestern habe ich mal wieder etwas Neues an meine Tür geschrieben: HOHOHO! So macht nämlich mein Grofa immer. Mama und Papa finden, dass man das schon richtig gut lesen kann und ich singe währenddessen fröhlich das ABC-Lied vor mich hin. Wer mir das wohl beigebracht hat!?




Am Dienstag kommt meine Halbschwester Louisa zu Besuch. Ich freue mich schon riesig und habe befunden, dass sie mit mir in meinem Zimmer schläft.




Unser Pool ist übrigens grandios! Ich fahre soooo viel mit dem Böötli drin umher. Wie schön dass das Wetter so hochsommerlich ist.




Viele Grüsse,




Euer Köbi

Zum Mittagschlaf ab ins Kino!?
12.05.2011 14:27:47

Ohne Mittagschlaf bin ich nicht so richtig gut zu nehmen. Ja, ich habe dann regelrecht schlechte Laune. Also versuchen meine Eltern alles, damit ich mittags noch so ein bis zwei Stündchen schlafe.


Mama läutet das dann beim Mittagessen schon immer mit den Worten ein: "Und gleich geht ein grosser Junge ins...." und wartet auf meine Antwort. Klar bin ich am Anfang immer drauf reingefallen und habe BETT gesagt, aber gestern nicht:


Mama: "Und nach dem Mittagessen geht der Köbi ins..."


Köbi, überlegt kurz: "...ins KINO!"


Tja, so sieht's aus im Leben eines Dreijährigen.



Und dann wäre ja noch das Problem mit der Badewanne. Mein Papa will einfach nicht einsehen, dass es so schön ist, wenn das Wasser nicht nur in der Wanne, sondern auch überall sonst im Badezimmer ist. Ich gebe mir viel Mühe das Badewasser gleichmässig im Raum zu verteilen, aber Papa ist einfach nicht zufrieden. Gestern ging er sogar so weit mir zu sagen, dass ich von nun an nicht mehr baden dürfte.


ICH: "Aber duschen darf ich doch noch, oder?!"


Ach, wer kann mir schon böse sein!!



Rein essenstechnisch bin ich immer noch auf FISCH. Überall verkünde ich, dass ich Fisch mit Augen und Haut essen will. Meine Mama gruselt es bei dem Gedanken daran. Ansonsten kann sich aber keiner über meine ausgewogene Ernährung beklagen. Zum Frühstück gibt's meistens Müesli mit Banane, dann noch eine Kiwi und dazu eine Milch mit Honig. Lecker. Beim Z'Mittag bin ich ein guter Esser. Egal ob Salat, Rohkost, Bratwürschli oder Gemüse. ICH esse alles. Sogar Grilltomate. Diese sogar mit Vorliebe. Leider ist Algensuppe derzeit aus. Irgendwas haben die Japaner falsch gemacht, jedenfalls kauft Mama keine Algenblätter mehr. Zu blöd.


Viele Grüsse,


Euer Köbi

Schnullerfee...
01.05.2011 10:23:55

Letzten Sommer, als die Mama mich endlich abgestillt hatte (mit 2,5 Jahren...hihi!) habe ich mir dann endlich den Schnuller angewöhnen lassen. Mama hatte mir das so erklärt: Es sei eine praktische Sache so ein Schnuller - wie Mamas Titti zum mitnehmen. Ich muss nicht mehr fragen, mir nicht mehr ihr Gemecker anhören, sondern kann einfach schnullern wann und wie ich das möchte.


Nun bin ich mittlerweile stolzer Besitzer von rund 15 Nuggies, die irgendwo im Haus herumliegen. Wenn ich müde bin, oder mir weh getan habe: Nuggie her und die Welt ist wieder in Ordnung.


Ich glaube allerdings, dass meine Eltern ein wenig "gepestet" von meinem ganzen Nuggie-Gehabe sind. Schon mehrfach haben sie den Versuch gemacht, mich einzuschränken oder mir den Nuggie abzugewöhnen. Erfolglos.


Nun habe ich aber heute morgen ein Gespräch meiner Eltern belauscht: Der Julian (der ein Dreivierteljahr jünger ist als ich) hat seine Schnuller kürzlich einer SCHNULLERFEE gegeben und dafür ein Geschenk erhalten. Hmmm... klingt doch gut. Mama hat Papa auch gleich noch erzählt, dass die Schnullerfee gelegentlich in der Schweiz unterwegs ist und dass die Kinder hier ihre Nuggies in einer Tüte ins MILCH-CHASCHTLI vom Briefkasten legen und dort am nächsten Morgen ein Geschenk finden.


Also bin ich im Schlafanzug durchs Haus gesprintet, habe alle Nuggies in eine Tüte gelegt und bin vor die Tür zum Briefkasten gelaufen. (Es war Sonntag, der 1.Mai 2011, 8 Uhr!!!). Dort habe ich dann gerufen: "FEE, WO BIST DU??! FEE... ICH HAB HIER WAS FÜR DICH!" - Ich habe so lange gerufen, bis der Nachbar im Schlafanzug auf der Strasse fand und mich wieder zu Mama und Papa ins Haus brachte. Über irgendwas hatten sich die beiden gerade königlich amüsiert. Worüber denn nur?


Heute würde ich am liebsten wieder Sushi essen, aaaaaber irgendwas scheint nicht ganz in Ordnung zu sein. Meine Eltern sind Zurzeit sehr zögerlich, wenn es um mein Lieblingsgericht geht. Vielleicht kann Mama ja heute Abend welche selbst machen.


Einen neuen Babysitter habe ich auch: Es ist Max - Sohn eines Freundes von Mama und Papa, der kürzlich mit Eltern und Schwester in die nahegelegene Schweizer Stadt gezogen ist. Wir buddeln immer Löcher am Bach und bauen Lego-Autos mit Kanonen drauf. Na - das ist doch mal ein jungenfreundliches Programm!


Viele Grüsse,


Euer Köbix - wie ich in letzter Zeit immer mal wieder genannt werde.

Kinderwunsch...
30.04.2011 22:14:38

Nein, es ist nicht Papas oder Mamas Kinderwunsch. ICH höchstpersönlich hätte Verwendung für Geschwister. Jawohl! Also weise ich in regelmässigen Abständen drauf hin. Zum Beispiel wenn mal zufällig meine beiden Kindersitze in Papas Auto eingebaut sind: "SCHAUT MAL, DA KÖNNTE EIN BRUDER SITZEN!".


Der Osterhase hat mir leider keinen gebracht. Irgendwie verstehe ich das sowieso nicht mit diesem Hasen. Jeder sieht ihn irgendwo, überall lässt der Kerl Schokoeier liegen, nur ich kriege nichts mit. Da stimmt doch etwas nicht!


Seit heute habe ich einen neuen Spitznamen: Fischer Fritz. Und zwar, weil ich meinen Eltern im Fischrestaurant die Teller leer futtere. "ICH WILL NOCH MEHR SCHOLLE, PAPA!" - nachdem ich schon eine ganze allein gefuttert hatte. Und einen Schokopudding zum Nachtisch habe ich auch noch geschafft.


Morgen ist wieder Sonntagsschule. Papa hat heute gefragt, was wir da machen. "WIR ERZÄHLEN GESCHICHTEN." habe ich gesagt. "VOM KLEINEN ROTEN HUBSCHRAUBER?" hat Papa gefragt. "NEEE, VON JESUS NATÜRLICH." Papa hat aber auch echt keine Ahnung! Ich habe mir fest vorgenommen, morgen wieder mit dem Velo (natürlich ohne Stützrädli) den anderen Kindern hinterher zu fahren. "WARTET AUF MICH..."


Alles Liebe,


Euer Köbi

Alltag mit einem Dreijährigen
11.04.2011 14:04:14

"Mama...." Köbi umarmt meine Beine. "Ich bin so verliebt in Dich! In wen bist Du verliebt?"


"In Papa und in Dich!"


..............................


Beim Essen:


"Ich bin der Schaufelradbagger und Du bist der Tieflader! Ui, wie das schmeckt, was Mama!?"

Mittagschlaf-Boykott
23.03.2011 15:28:52

In letzter Zeit muss meine Mama immer erst sehr böse werden, bevor ich mich zu einem doch dringend nötigen Schläfchen bemühe. Finde es nämlich immer wieder super, abends bis 22 Uhr mit Mama und Papa zu spielen - das macht müde, klar! Vor allem, wenn man um 6 Uhr aufstehen muss.


Dann möchte ich am liebsten zum Frühstück Cola trinken und danach bisl Fernsehen gucken. Das wäre doch ein lässiger Tag! Aber meine Mama hat was dagegen. Ich darf MALEN - toll! Und EISENBAHN SPIELEN! Genial! Als wäre ich ein dreijähriger Bub, der nicht selbst entscheiden könnte, was das Beste im Leben ist!


Ich male nicht so richtig gerne, aber ein paar Buchstaben schreibe ich schon hin und wieder. Siehe Fotos. Meine Eltern sind dann immer wieder ganz hingerissen, aber ich find doch sowas völlig normal für einen Dreijährigen, der nächste Woche in die Schule kommt, dann übermorgen bei der Feuerwehr anfängt, nebenher seinen schweizer Millitärdienst macht  und ein Mal pro Woche seine Erwachsenenportion Sushi verdrückt.


Mama, reg' Dich ab! Ich bin schon gross!


Dein Jakob

Für Frau Steffi verboten!
22.03.2011 12:08:49

Hallo Ihr Lieben!


Ja, man könnte sagen, meine Mama arbeitet viel- und ich bin viel bei der Tagesmutter. Aber es reicht einfach nicht: Mama hat trotzdem kaum Zeit für die Hausarbeit und so ist vor kurzem Steffi in unser Leben getreten. Sie macht bei uns ein Mal pro Woche sauber. Irgendwie habe ich da etwas verwechselt, aber ich dachte, sie heisst "Frau Steffi" und ich habe das Papa auch so erzählt, nachdem sie das erste Mal bei uns war. Folglich hat sie jetzt ihren Spitznamen weg und ist auch ganz zufrieden damit.


Ich bin aber nicht zufrieden. Jedenfalls muss ich nun immer mal wieder mein Zimmer aufräumen bevor sie kommt. Gestern Abend war ich so sauer, dass ich an meine Zimmertür-Tafel geschrieben habe: VERBOTEN! Kann man zwar nicht so richtig gut lesen, aber ich glaube sie wusste was ich meinte. "Hier darf Frau Steffi nicht rein!" Punkt.


Viele Grüsse,


Euer Köbi

Wieder da!
20.03.2011 14:25:43

Ja, lange hat sie nicht geschrieben, meine Mama! Und sie ist auch nicht sicher, ob sie es regelmässig schafft hier zu tippen, weil sie beruflich doch extrem gut Fuss gefasst hat in der schönen Schweiz, aber vielleicht... ab und zu... nun ja... wir werden sehen.


Mittlerweile bin ich etwas über drei Jahre alt, habe mich prächtig entwickelt und bin der ganze Stolz, manchmal aber auch die ganze Sorge meiner Eltern. Gern bin ich nämlich flüchtig: Rauf auf's Laufrad und ab durch den Ort. Ganz allein natürlich. Hauptstrasse, Nachbargrundstücke... das ist alles MEIN Spielplatz. Ich verstehe gar nicht, dass Mama und Papa sich Sorgen machen, ich könnte in irgendeinen Nachbars-Pool fallen, von einem Auto überfahren werden oder einfach von irgendwem mitgenommen werden. Sorgen haben die!


Wenn wir im nahegelegenen Einkaufszentrum Sushi essen gehen, schlinge ich meine Erwachsenenportion herunter und mache mich dann alleine auf den Weg ins Spielzeuggeschäft. Meine Mama sitzt dann alleine vor den Resten ihres Sushis und kommt um vor Sorge, ich könnte irgendeine Rolltreppe herunterfallen. Meistens bin ich doch ganz schnell wieder da: "Guck mal, Mama. Die habe ich geklaut!!", rufe ich dann und zeige stolz eine brandneue Holz-Eisenbahn. Zu blöd dass ich die dann immer zurückbringen muss.


Auch Bücher und DVDs darf man nicht klauen. "Aber ich bin doch ein Clown!" - sage ich dann immer. Hilft nix! Ich muss mich jedes Mal entschuldigen gehen und die Sachen zurückbringen. Zustände sind das, sage ich Euch!


Bei meiner Tagesmami bin ich nur noch bis zum Sommer, dann muss ich leider wechseln, weil sie einen neuen Job angenommen  hat. Mama hatte ziemlich Stress, aber nun hat sie Ersatz gefunden. Der einzige Schönheitsfehler der neuen Tagesmami ist... es gibt dort fast nur Mädchen zum Spielen. Bäh! Aber wenigstens sehe ich dann Elias nicht mehr. Der ist nämlich bei der alten Tagesmami derjenige, den ich überhaupt nicht leiden kann. Schade nur, dass ich dann auch meinen Freund Hans nicht mehr sehe. Aber der kommt im Sommer sowieso in den Kindergarten. Ich muss noch eineinhalb Jahre warten: So ist das eben in der Schweiz.


Dafür gehe ich aber seit Januar in die "Sonntagsschule" der Kirchgemeinde. Das macht riesig Spass. Meine Eltern hätten das gar nicht gedacht, aber ich bin dort wirklich brav. Es kamen noch keine Klagen. "Muesch immer ufzeige wenn d öppis wötsch säge!" ("Musst dich melden, wenn Du etwas sagen willst!") - hat mir ein älteres Meitli eingeschärft. Also melde ich mich immer schön brav, wenn sich alle anderen auch melden. Leider weiss ich nur gar nichts zu sagen, wenn ich dran komme. Macht aber nichts. Alle freuen sich wenn ich mitmache und ich freue mich, dass ich endlich in so einer Art Schule bin.


In letzter Zeit male ich auch gern. Sieht gar nicht so schlecht aus, findet meine Mama. Vielleicht können wir mal ein Werk hier einstellen, damit ihr Euch ein Bild davon machen könnt.


Mit meiner Gotti hier im Dorf läuft's super. War eine gute Entscheidung meiner Eltern, jemand aus der Umgebung zu nehmen, sonst hätte ich wohl so gut wie keinen Kontakt zu irgendwelchen Paten. Ich mache relativ häufig ein "Bsüechli" bei meiner Gotti. Natürlich fahre ich ganz alleine hin und zurück. Ich bin ja schon gross! Auch aushäusig schlafen - bei meiner Gotti oder den "Ersatzgrosseltern" im Dörfli - ist für mich kein Problem. Zwar habe ich dem Ersatzgrossvater ins Bett gepillert, aber irgendwie fanden's alle lustig.


Meine U7a habe ich im Januar mit Bravour absolviert: Der Sehtest war schnell erledigt. Ich musste vier Gebilde benennen und erkennen: Der Doktor war ganz angetan, dass ich sein "Haus" Quadrat, den "Würfel" Rechteck und den "Ball" Kreis genannt habe.


Ich habe mit dem Doktor Fussball gespielt und musste auf so einer schmalen Treppe balancieren, die immer höher wurde. Am Ende sollte ich runterspringen. Das war lustig. Ich habe das immer und immer wieder gemacht und bin sogar rückwärts gehüpft.


Mein sprachlichen Fähigkeiten hat der Doktor nur noch pro forma abgeprüft: Er zeigte mir verschiedene Holztiere und fragte dann "Jakob, ist das ein Ogel, ein Igel oder ein Ugel?" Darauf ich: "Das ist doch kein Igel!! Das ist ein Stachelschwein!"


Eine Impfung stand bei der U7a nicht an, also musste meine Mam gar nicht mit dem Doktor diskutieren. Das sparen wir uns dann für's nächste Jahr auf. Es ist also alles beim Alten in meinem Leben.


Herzliche Grüsse aus der Schweiz,


Euer Köbi

April, April!
13.04.2010 08:35:42

Alles kein Aprilscherz - den haben wir dieses Jahr irgendwie verpasst!


Der Köbi war 10 Tage im Urlaub bei der Oma und hat sich prächtig entwickelt. Vor allem das norddeutsche Sprachverständnis ist enorm gewachsen. Worte wie Werkstatt (mit original Hamburger ST - stolpert über spitzen Stein), aber auch der in der Schweiz recht unbekannte Trecker (= Traktor), kommen nun immer wieder über seine Lippen.


Er hat von Oma und Opa einen miniatur Deutz-Traktor bekommen, dazu zwei Bauernfiguren, die auf den Namen von Freunden aus dem Nachbarsdorf getauft sind, bei denen Köbi gelegentlich mal nach den Chälbli (Kälbchen) sieht und auf dem Traktor mitfahren darf.


Sechs-Wort-Sätze kommen nun recht häufig vor, ausserdem stündlich 10-15 Mal die Frage "Was ist das??". Am Morgen bei der heissen Schoggi: "Mama, bitte putz meinen Schnurrbart ab!" (gemeint ist der Milch-Schoggi-Bart). Gestern Nachmittag beim Auto putzen: "Schau mal, Mama! Ich trete die Kupplung! Jetzt Gang einlegen, Motor anschliessen... blink, blink.... brrrrrrrrrrrr...."


Ihr seht: Ich komme wieder zu wesentlichen Dingen des Lebens! Auto putzen! Das Kind ist dabei sehr glücklich! Nur muss man sich darauf gefasst machen, dass beim Starten des Autos ein Gang eingelegt ist, sämlichte Nebel- und Fernlichter eingeschaltet sind, der Scheibenwischer vorn und hinten auf höchster Stufe los saust und natürlich das Gebläse angestellt ist!


Auch unser Töpfchen, was wir überflüssigerweise zum ersten Geburtstag geschenkt hatten, ist nun im Dauerbetrieb! "Uiiii! Ich muss Pupu machen. Schneeeeelll, Mama!"


Ich kann mich an meine Kindheit erinnern: Erst Dauersitzung, dann MAMAAAAAAAH, ABWISCHEN!


Nicht so der Köbi: "Papa, nicht abwichen! Köbi macht das!", läuft mich Klopapier in der Hand durchs Bad, kniet sich auf den Boden, streckt und seinen Po entgegen. Dann wird geputzt und mal schnell nachgesehen, ob es Erfolg hatte... Ja! Köbi blickt uns an und kommentiert: "Oh! Schmirade!"



Eine neue Tagesmutter scheint gefunden, nachdem Jakob vor den Ferien einfach nicht mehr zu der ungarischen Familie wollte. Wir sind noch in der Testphase, aber ich glaube dass Bauernhof, viele Kinder, Spielgruppe, Meersäuli im Garten und grosse Tagesbrüder gut ankommen. Mir gefällt vor allem die dörfliche Lage, das Nichtvorhandensein von grossen Strassen in der Nähe, kein WLAN oder Funktelefone im Haus und eine bodenständige, schweizerische Mama, die das Chaos um sie herum recht locker zu meistern scheint. Zudem kostet es dort nur die Hälfte wie bei der ungarischen Familie und liegt für mich besser auf dem Arbeitsweg. Gebucht. Punkt!


Neulich hatten wir seit langem mal wieder eine recht schlaflose Nacht, als Köbi die Artikel für sich entdeckt hat. Fast zwei Stunden erzählte er "DER Traktor schläft, DAS Huhn schläft auch, all die Tiere schlafen, die Kaffeemaschine schläft, die Dusche schläft, der alte Volvo schläft...." Süss!


Ich und Du werden seltener verwechselt. Köbi zu Mama: "Ich hol mal bitte Kekse!" Mama: ? Köbi wieder: "Ich hol mal bitte Kekse!" und guckt mich herausfordernd an. Irgendwann fiel der Groschen. ICH... in diesem Fall ich=Mama hole mal bitte die Kekse. Wer könnte eine mit BITTE formulierten Bitte wiederstehen?


Telefonieren mit dem Köbi geht auch schon, aber mehr als "Hallo! Wie geht es dir? Viele Grüsse! Ich hab dich lieb!" - bei Papa manchmal aus Witz "Ich hab dich nicht lieb!" - wartet auf Reaktion - ist noch nicht drin.


Neuerdings wird sowieso alles mit NICHT umgeformt:


Im Supermarkt. Die Mami touchiert aus Versehen leicht einen anderen Einkaufswagen und sagt freundlich auf Schweizerdeutsch: "OH, ÄXGÜSI!" Der Köbi daraufhin laut: "Äxgüsi nicht!"


Genauso ging es Oma, als sie von einer Schweizerin freundlich mit "Grüezi mitnand" begrüsst wurde. Die bemühte ein norddeutsches "Grüzi" und Köbi setzte gleich ein "Grüezi nicht!" nach.



Also dann: Einen schönen Tagen nicht! Wünscht Euch die


Köbimama

Hier stinkt's hier!
02.03.2010 09:04:07

Heute Morgen beim Frühstück...


Der Köbi klettert die Treppe hoch, es rumpelt leise im 1. Stock, dann länger nichts.


Arne und ich frühstücken.


Arne: "Köbi, was machst du?"


Köbi: "Pupu gemacht! Oh nein!"


Arne: "Da musst Du doch bescheid sagen!!"


Köbi: "Hmmm..."


Später auf dem Wickeltisch...


Mama nimmt den "Reifenwechsel" vor, Papa bringt die Bescherung in den Mülleimer.


Köbi: "Oh nein! Hier stinkt's hier!"


Mein Wochenende
01.03.2010 12:30:23

Haaaaallo! Oder Hoi zäme - wie ich manchmal sage!


Ich hoffe Ihr hattet genau so ein schönes Wochenende wie ich. Am Samstag war so tolles Wetter, dass ich mit meinen Eltern in einer nahegelegenen Stadt am See war und wir dort gebummelt sind und mit Seesicht Mittag gegessen haben. Natürlich gab's Fisch! Fein war's!


Am Abend waren Claus und Annette zu Besuch und es gab Käsefondue. Ich habe in einem Anflug von Heisshunger in die rohe Knoblauchzehe gebissen, mit der Papa den Fonduetopf einreiben wollte. Hui, scharf war das!


Am Sonntag Morgen war Mama in Sachen Musik unterwegs und Papa und ich sind mitgekommen. Ich bin gleich auf die Bühne geklettert und habe dort ein wenig dirigiert. Fanden alle urkomisch! Am Nachmittag bin ich noch meinen Freund mit dem Bauernhof besuchen gegangen. Er hat die Kühe gefüttert und ich habe zugeguckt. Ich durfte auch die Wachteln sehen und in der automatischen Futtertränke auf und ab fahren. Suuuper!


Heute war ich wieder bei meiner Freundin Marion. Die besuche ich zwei Mal die Woche vormittags, wenn meine Mama arbeitet. Dort gefällt's mir so gut, dass ich gar nicht wieder weg möchte. Marions Mama nenne ich auch schon MAMI. Aber ihr gefällt's.


Viele Grüsse,


Euer Köbi 

Alltag mit einem Zweijährigen
19.02.2010 09:47:11

Kaum ruft mal jemand bei meiner Mama an, hat sie es immer gleich ganz ganz wichtig. Dann verschwindet sie im Arbeitszimmer und ich bin quasi abgemeldet. Ein Herr Direktor ruft in letzter Zeit ziemlich oft an. Der ist mega wichtig für Mamas Beruf, aber ich sehe einfach nicht ein, dass sie noch mehr arbeiten will. Also brülle ich los, sobald dieser nette Herr dran ist.


Gestern wurde es Mama zuviel und sie hat sich einfach im Schlafzimmer eingeschlossen, um in Ruhe reden zu können. Als die wieder raus kam, war ich pitschenass: "KÖBI DUSCHE ADRÜLLT!" - Schweizerdeutsch für "Köbi Dusche angedreht!".


Der Akkubohrer, den ich auf dem Dachboden gefunden habe, ist der Hit! Damit werden sämtliche Schrauben an Regalen und Fussleisten bearbeitet. Auch dem elektrischen Maniküreset, was Mama mal vor Jahren bei Tschibo erstanden hat und es aber noch ganz jungfräulich und originalverpackt im Badezimmer lag, kann ich durchaus etwas abgewinnen. "KLEINER AKKU BOHRER!!!" und schon wird die Wand damit bearbeitet. "KÖBI MUSS ARBEITEN!!!! JAJA, KÖBI HEUTE GANZ FLEISSIG!"


Heute Morgen hat Mama ein Hochzeitsfoto von Papa und ihr in die Küche geklebt. Wusste ich doch nicht mehr, dass das die Hochzeit war! Schliesslich schon fast ein Jahr her! Ich habe gerufen: "DA!!! PAPA DRAUF!" und auf das Bild gezeigt. Und dann etwas leiser: "UND AUCH FRAU DRAUF." Mama fragte gleich: "Wer ist denn das?" Köbi: "FRAU!"...


Viele Grüsse,


Euer Jakob

Fasching 2010
11.02.2010 13:53:45

Hallo!


Heute ist Fasching! Endlich! Ich war bei meinem Freund Fritzle eingeladen, weil der 2. Geburtstag hatte. Geschenkt haben wir ihm mein Lieblingsbuch, den "Grüffelo". Falls mich mal wieder jemand mit einem Geschenk bedenken will, an dieser Stelle einen Tipp: Das "Grüffelokind" hätte ich gerne.


Ansonsten haben wir schon so viel Spielzeug, dass meine Mama bald gar nicht mehr weiss, wo sie damit hin soll. Auch über zu wenig zum Anziehen für mich können wir uns nicht beklagen.


Zum Fasching hat mir meine Mama ein Fliegenpilzkostüm aus Filz gemacht. Einen kleinen roten Hut haben wir bei Karstadt gekauft. Papa hat immer wieder betont, dass ich als Giftpilz und Mama als Hexe doch eigentlich gar nicht verkleidet sind...



...hat er aber nicht ernst gemeint... oder vielleicht doch, aber mit einem Augenzwinkern.


Gestern Nachmittag musste Papa nicht arbeiten und wir haben alle zusammen bei der Migros gegessen. Dort kann man herrlich im Kinderhüsli spielen und meine Eltern meinen immer, ihre Ruhe zu haben.


Kann man mit mir im Schlepptau aber vergessen: Es waren noch vier grosse Kinder (5 Jahre und aufwärts) da, mit denen ich Fangis gespielt habe und denen ich Cowboyhut, Prinzessinenkrone und so einiges mehr weggenommen habe.


Irgendwann lief eine Achtjährige zu ihrer Mama und rief: "Mammi, de chline Bueb wött mir s Glace wegneeeh!" (Mama, der kleine Junge will mir das Eis wegnehmen). Die Mami musste einschreiten. Meine Mama blieb sitzen, weil sie der Ansicht ist, dass wir das unter uns ausmachen müssen, solange ich keine kleineren Kinder ärgere....


... deshalb ärgere ich ja auch nur die Grossen! Hihi!


Am Dienstag kam ich von der Tagesmami nach Hause und habe immer gerufen: NEM SZOBOT! NEM SZOBOT! Meine Eltern waren ratlos, was das nur heissen könnte und ich wollte es auch nicht übersetzen. Eine Facebook-Anfrage bei einem ungarischen Freund brachte die Auflösung: NEM SZOBOT heisst DAS DARFST DU NICHT! Klar, oder!? Da hätten sie doch auch selbst drauf kommen können.


Meine sprachlichen Fähigkeiten nehmen täglich zu, sowohl Deutsch, Schweizerdeutsch als auch Ungarisch, aber auf Deutsch verwechsele ich zur Zeit noch ich und du. Wenn ich abends nicht schlafen will, wieder mal oben im Flur hinter dem Gitter stehen und meine Eltern hochkommen, frage ich sie: KANNST DU NICHT SCHLAFEN?


Und wenn ich rausgehen möchte, sage ich manchmal DU AU VERUSSE GOA! (Schweizerdeutsch= Du auch raus gehen!).


Mein kleiner Freund Fritzle spricht noch nicht so viel, deshalb habe ich ihm beim letzten Besuch einfach mal was gesteckt: SAG MAL WAS! Aber es hat nicht geholfen. Dafür kann Fritzle besser klettern. Tja, werde ich eben QUATSCHTANTE (kann ich auch schon sagen) und Fritzle wird Bergsteiger.


Die Kater werden übrigens nicht mehr ganz so schlecht von mir behandelt, weil ich gemerkt habe, dass sie schön schnurren, wenn man sie streichelt. Also lege ich den Kopf auf Binis Bauch und höre einfach zu. Bini ist der geduldigste Kater der Welt, sitzt am liebsten auf der Motorhaube von Mamas oder Papas Auto und fährt auch schon mal ein Stückchen mit, wenn er nicht merkt, dass der Motor schon an ist.


Gestern war ich mit Papa im Schwimmbad und habe natürlich mal wieder die Schwimmwindel vollgemacht. Mit Ansage sogar. Papa hat's aber meisterhaft gehandhabt und wir hatten einen tollen Nachmittag zusammen. Könnte nicht öfter ein Papanachmittag mit Schwimmbad oder Bahnhofsbesuch sein?


Am Montag musste der ADAC kommen, weil ich die Innenbeleuchtung in Papas Auto nicht ausgeknipst hatte. Die Batterie war tot und wir sind hinter dem ADAC-Auto in die nächste deutsche Grossstadt gefahren. Dort durfte ich zugucken, wie die Batterie gewechselt wurde und habe dem Kfz-Meister gleich mal einiges erzählt: KÖBIS OPA AUCH WERKSTATT HAT. KÖBI UND OMA LATZHOSE AN HABEN. OPA AUCH HEBEBÜHNE HAT UND MAULSCHLÜSSEL UND AKKUBOHRER UND GAAAANZ VIEL SCHRAUBEN.  


Der Meister und seine vielen Kollegen, die nach kurzer Zeit um mich herum standen, waren begeistert von mir und ich machte mich mit meiner gelben Warnjacke, die aussieht wie die vom ADAC, auch echt gut zwischen ihnen. Der eine sagte zu mir: "Wenn du gross bist, kannst du hier arbeiten kommen!" Ich war bollestolz und habe allen zum Abschied die Hand gegeben. Mama war die ganze Zeit im Büro der Werkstatt und hat alles durch die offene Werkstatttür beobachtet. Eigentlich hätte sie aber auch weg gehen können. In so einer Werkstatt fühle ich mich richtig wohl!


Viele Grüsse,


Euer Köbi

Endlich wieder online...
27.01.2010 20:15:40

Halloooooooooooh!


Da bin ich endlich wieder. Erst war meine Mama ziemlich schreibfaul, zwischenzeitlich gestresst, dann war der alte Rechner kaputt und zu guter Letzt hat sie versucht, dieser Seite ein neues Layout zu verpassen, was irgendwie nicht so recht gelingen wollte.


Kurze Info am Rande: Wir haben jetzt einen Schweizer Computer ohne "scharfes S" oder "SZ" wie es so schön heisst. Also wundert Euch bitte nicht!


Tja, womit soll ich beginnen? Vielleicht damit, dass Mama beginnt, ihre guten Vorsätze zu verwirklichen. Sie hat sich nämlich in einem Fitnessclub angemeldet. Okay, denkt ihr, das betrifft aber doch den Köbi gar nicht. Weit gefehlt: Dort gibt es nämlich Kinderbetreuung und deshalb geht mich das sehr wohl eine Menge an. Mich und Gabi. Das ist nämlich die Betreuerin im Kinderclub. Wir zwei sind ein tolles Gespann und ich weiss auch schon ganz genau bescheid:


"Mama a chli Velo fahre und Sport mache. Köbi mit Gabi spielle!" Könnte doch schlimmer sein, oder!?


Und wer hat Mama auf die Idee mit dem Fitness gebracht? Der Silvesterabend? Niemals! Noch eine Frau, die kürzlich in mein Leben getreten ist: Die Mütterberaterin. Jetzt fragen sich alle Deutschen sicher: WAS ist denn eine Mütterberaterin. Kurz und knapp: Sowas wie die Supernanny. Nur nicht mehr ganz so jung und ganz so knackig, dafür aber umso strenger.


Letzte Woche waren wir das erste Mal bei der Frau Mütterberaterin. Hui, hat die mir Bescheid gegeben, als ich ihre Jalousien zerlegen wollte! Und überhaupt: Ich muss jetzt immer unter der Treppe sitzen, wenn ich Zuhause etwas Blödes anstelle. Ist wirklich wie im Film!


Also sitze ich dort, werde NICHT bespasst oder beachtet, ausser wenn ich unerlaubt aufstehe und bin echt sauer: KÖBI WEINT!!!! KÖÖÖÖÖBIIIII WEINT!!!! rufe ich dann immer, aber Mama oder Papa kommen erst, wenn die Minute um ist. Dann werde ich gefragt, warum ich unter der Treppe sitze: "Köbi Blume runter worfen. Köbi Bini am Schwanz zogen. Köbi Weinflasche runter schmissen. Köbi Telefon kaputt macht. Köbi Radio runter worfen." Ich habe viele Gründe dort zu sitzen.


Dann sage ich zu Mama: "Köbi wieder lieb sein. Nicht mehr Blume runter werfen. Okay? Schuldigung?" und reiche Mama die Hand. Mama verkneift sich in solchen Fällen meistens ein Lachen, aber ich sehe es trotzdem und darf dann aufstehen. Und schon geht's munter weiter...



Erfreuliches gibt es von der Ungarisch-Front zu berichten: Die Tageseltern haben gerade gestern vermeldet, dass mein Wortschatz wächst. Ich bringe meistens 1-2 Wortsätze hervor, die man aber prima verstehen kann. Gestern habe ich zur Tagesmami gesagt: "Tagesmami Ungarisch redet!" und "Das Ungarisch!" als ich etwas nicht verstanden habe. Früher habe ich immer nur gesagt: "Tagesmami sagt sounso."


Schweizerdeutsch geht schon fast besser als Hochdeutsch. Tja, Oma und Opa, da muss ich bald mal wieder bei Euch Sprachferien machen!


Am Telefon bin ich auch schon gesprächiger geworden: Zum einen nehme ich selbständig das Telefon und drücke auf Wahlwiederholung und falls dann Oma drann ist, schwätze ich munter drauf los: "Haaalllo! Viele Grüsse! Schlingel! Hallo Kööööbi!" Irgendwie habe ich aber noch nicht durchschaut, dass der Angerufene nicht das sieht, was ich gerade vor mir habe und so erzählte ich z.B. gestern Abend meiner westfälischen Grosstante von dem Bauernhofbuch, was ich mir gerade ansah: "Da Maulschlüssel. Ist wie Gabelschlüssel, aber Maulschlüssel. Opa sagt das!"


Die Tante hat's irgendwie nicht so richtig verstanden, sich aber gefreut, dass ich schon beim zweiten Versuch nicht mehr Tante DOSE, sondern Tante DORIS sagen konnte.


Zu meinem zweiten Geburtstag gab's eine riesengrosse Party. Eigentlich gab's sogar zwei Partys, weil mein Grofa und Oma Mechthild erst einen Tag später kommen konnten. Von Freunden, Gotti und Verwandtschaft habe ich viele tolle Bücher, CDs, etwas zum Anziehen und Knete plus Zubehör bekommen. Ich kann Euch sagen: Knete ist der ganz grosse Wurf! Ich kann damit alles kochen was mir schmeckt, mit dem neuen Nudelholz schönen Pizzateig ausrollen. Genial!  


Von meinen Eltern gab's zum Geburtstag eine Tafel, eine selbstgebaute und bemalte Kiste für Stifte, neue Stifte und einen lustigen Pulli mit dem Aufdruck "Ich bin bald 3!". Wie ein Dreijähriger verhalte ich mich auch derzeit mit den Trotzanfällen und ich kann es kaum erwarten, endlich in die Schule zu kommen. "Was lernt man denn da?" Werde ich gelegentlich gefragt: "Rechnen, Lesen, Sreiben! Köbi auch Schule gehen!"


Ja, warum eigentlich nicht? Zahlen sind zwar wieder in Vergessenheit geraden. Nach der Drei kommt im Augenblick meistens die Fünf, aber dafür erkenne ich  einige Buchstaben. Klar, von dem M hatte Mama schon erzählt, aber seit ich die Tafel mit Magnetbuchstaben habe, schleppe ich regelmässig das V an, verkünde "Wie Vreni!" oder das O... "wie Opa!". Und meine Eltern sind ein wenig ratlos, was sie mit einem Zweijährigen machen sollen, der aus 26 verschiedenen Buchstaben B - E - T - T heraussucht und sie in der richtigen Reihenfolge (aber mit verdrehtem E) an die Tafel klebt und verkündet: "Da! BETT steht da!"


Was die Mütterberatung sagen würde, weiss ich schon: "Jakob muss unter der Treppe sitzen!"


Bäh!


Viele Grüsse,
Euer Jakob

Mein Weihnachten
25.12.2009 11:51:40

Ihr Lieben!


Stellt Euch mal vor: Gestern Abend klopft Opa ganz laut ans Sofa und alle behaupten, das Chrischtchindli wäre gerade vor der Tür gewesen! Ich also raus... und siehe da: Der große Sack, den Oma genäht hatte und den Mama mit Geschenken vollgestopft hatte, stand in weihnachtlicher Beleuchtung hübsch dekoriert vor der Tür.


Papa hat ihn unter den Tannenbaum gelegt und dann durfte ich auspacken. "Abrise" hatte mir Gotti Corinne noch kurz zuvor beigebracht. Toll, ich habe das ganze Geschenkpapier zerrissen, laut geschimpft, dass es nicht so einfach geht und irgendjemand mit viel Mühe dort diverse Schleifen herumgebunden hat. Aber dann... endlich endlich, kam eine DUPLO Eisenbahn zum Vorschein! Ich war sprachlos! Oma und Opa schenkten mir noch diverse dazugehörige Schienen und eine Brücke. Ich war seelig und wollte gar nicht ins Bett... wie immer! Das kennen meine Eltern nun schon von mir. Vorbei ist's mit dem brav einschlummernden Köbili.


Mama hat beim Chrischtchindli eine neue digitale Kamera abgestaubt und Papa einen Unterrichtsgutschein für Trompetenunterricht, einen Schlafanzug, schöne Pullover, Eisenbahnbücher und natürlich Schokolade.


Heute Abend werden wir Omas und Opas Geschenk einweihen: Ein Käse-Fondueset. Ich bin schon ganz gespannt drauf!


Frohe Weihnachten wünscht Euch der Köbi

Lesen lernen mit Fastfood...
22.12.2009 15:31:10

Da sitzen Köbi und Papa Arne heute Morgen auf dem Sofa und malen ein wenig mit Wachsmalkreide Bilder an. Papa schreibt K Ö B I und dann P A P A, als er schließlich MAMA schreiben will und gerade das M fertig hat, ruft Köbi "Da! Wie McDonalds!!!"


Ansonsten sind die letzten Nächte mit etwas weniger Schlaf gesegnet gewesen, dafür hat Köbi, der auf Papa Arnes Seite des Bettes schlafen durfte, aber immer viel im Schlaf erzählt: "11, 18, 25... Vögel sind weg-flogen. Mann ohne Arme singt LALALA."


Ja, was hat es denn mit dem "Mann ohne Arme" auf sich? Köbi hat vor zwei Tagen zufällig Thomas Quasthoff auf dem NDR roten Sofa gesehen und gespannt gelauscht, wie dieser den Parsifal singt. Dass ihn das so sehr beeindruckt, dass der Mann keine Arme hat und dass er es mit seinen noch nicht mal zwei Jahren überhaupt bemerkt, ist uns gar nicht in den Sinn gekommen.


Folglich: Parsifal gibt es nur noch auf CD zu hören. Punkt!


Morgen kommen Oma und Opa Hamburg. Wir freuen uns schon. Der Tannenbaum (einer im Topf) steht noch ungeschmückt im Garten und der schöne Schnee ist leider gerade dabei, wegzutauen.


Viele Grüße,


Kristin

Weihnachtslieder...
18.12.2009 23:35:03

ICH SINGE!!! Zwar kenne ich noch nicht so viele Lieder wie Mama und Papa, aber ich ergänze fein bei "Oh Tannenbaum", "Kling Glöckchen" und "Macht hoch die Tür". Auch das altdeutsche "Vom Himmel hoch Ihr Englein kommt" ist mir nicht mehr fremd. Schöne Musik!


Vorhin haben wir Mama in die Stadt gebracht. Sie war mit dem grossen Orchester in Claus' Kirche. Bei Claus' toller Orgel. Die mit den vielen Registern. Auf Nachfrage nenne ich einige davon. Koppelflöte, Nachhorn, Trompete, Klarinette, Posaune, Prestant, Prinzipal usw. Kennt doch jeder Junge der bald zwei Jahre alt wird. Klar!


Auch die Klosterkirche nenne ich beim Namen, durfte aber noch nicht rein und die Orgel angucken. Ja, gönnt man mir denn gar keine Hobbys? Dabei bin ich doch meistens so ein braver Junge, gebe ungefragt jedem die Hand, sage "Tschuldigung" und "Dankche vielmol", zähle bis sieben, sage unsere Adresse auf und weiss, in welchem Monat ich Geburtstag habe, in welcher Stadt meine Grosseltern wohnen, zu welcher Bäckerei meine Oma jeden Tag geht und welche Cousine mit welcher Tante und welchem Onkel wie verwandt ist.


Kurz: Ich bin schon fast erwachsen.


Als Mama dann heute auf die Bühne stieg, lief ich zum Dirigentenpult. Da war aber leider schon besetzt. Vom Maestro höchstpersönlich. Er drehte sich zu mir und fragte: "Na, bist Du mein Nachfolger?"


"Klar," dachte ich "den passenden Nachnamen dazu habe ich jedenfalls schon." Sagte dann aber: "Da oben Claus' Orgel schläft!", was allgemeines Gelächter hervor rief.


Und sonst...


...wenn ich nicht Organist oder Dirigent werden sollte, werde ich Astronaut. Täglich sage ich "Köbi Mond fliegen!" und wenn ich gefragt werde: "und was willst Du da? Und wer soll mitkommen?" lautet die Antwort: "Mama mit! Da oben verstecken!"


Bin schon ein eigenartiger kleiner Kerl, oder!?

Migros-Kinderparadies
15.12.2009 22:05:07

Ja, wenn das Wetter schlechter wird und es draußen matschig und kalt ist, fährt meine Mama mit mir gerne zur Migros, wo es ein Kinderhaus gibt, in dem so kleine Racker wie ich gerne gesehen sind. Eigentlich ist dieses Häuschen nichts besonderes. Ich finde es nett, weil ich dort schön klettern kann und weil es drinnen Fächer gibt wo ÖPPIS DRIN ist. Außerdem kann man DÖT UFFE CHLETTERE. Fantastisch!


Meine Mama findet's dort toll, weil in unmittelbarer Nähe das Migros-Restaurant ist und sie Kaffee trinken kann und mich dabei beaufsichtigt.


Sehr lustig ist, wenn noch andere Kinder dort spielen. Die meisten Eltern sprechen Schweizerdeutsch und ich mache mir einen Spass daraus, alles nachzuschwätzen. Heute war ein Mädchen mit halb schwarzer Haut im Kinderhäuschen. Sie war sicher schon neun Jahre alt. Wow, hat die mir gut gefallen! Ich bin zu ihr hin, habe GRÜEZI gesagt und ihr gleich in den Haaren gezogen. Sie hat sich nicht gewehrt, nur geweint und nach ihrer Mama gerufen.


Meine und ihre Mama kamen dann gleich angelaufen und haben mich ausgeschimpft. Ich fand's aber trotzdem lustig und habe gleich noch einen draufgesetzt: "DA HÄNDE WASCHEN. UND DA ABWASCHEN!", habe ich gerufen und auf ihre Hände und ihr Gesicht gezeigt. Meine Mama ist ganz blaß geworden, aber das schöne schwarze Meitli und ihre Mama haben's mit Humor genommen. Offenbar ist sie frisch gewaschen gewesen, aber die schwarze Farbe war fest. Sachen gibt's!


Heute Nachmittag war ich bei meiner ungarischen Tagesmami. Als meine Mama mich am Abend abholen kam, wollte meine Tagesmami meine Ungarisch-Kenntnisse vorführen und hat auf Ungarisch gefragt, wo Beine, Hände, Bauch, Nase, Ohren usw. sind. Wußte ich natürlich alles. Mama hat mich währenddessen schon mal angezogen. Und als mich die Tagesmami dann auf Ungarisch fragte, wo meine Haare seien (Mama hat natürlich NICHTS verstanden), habe ich nur gesagt: "DA DRUNTER" und auf meine dicke Mütze gezeigt.


Heute Abend wollte ich dann nicht ins Bett und bin ein paar Mal wieder aufgestanden. Meine Mama hatte dann irgendwann ihre übliche KRISE und hat das Treppengitter im 1. Stock zu gemacht und gesagt: "KÖBI, DU KANNST NOCH 100 MAL AUFSTEHEN. MAMA IST DA, KOMMT ABER NICHT MEHR HOCH. GEH BITTE INS BETT!"


Ich bin dann oben ein wenig zwischen meinen und dem Schlafzimmer meiner Eltern hin und hergelaufen und habe irgendwann ziemlich angefangen zu motzen, weil das Bett meiner Eltern zu hoch ist und ich da alleine nicht rein komme. Mit Schlafsack geht das schon gar nicht.


Als es dann irgendwann ruhig war, ist meine Mama hoch gegangen und hat nach mir gesehen. Und siehe da: Ich hatte mir aus dem Badezimmer meine Fussbank geholt, sie ins elterliche Schlafzimmer gebracht und war darüber ins Bett gestiegen.


So, das war's mal wieder von mir.


Viele Grüße,


Euer Jakob

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