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Ja, wie ist das, wenn man getauft wird?
Mama und Papa stehen die beiden Tage vorher Kopf, rennen ständig zum Supermarkt, weil sie irgendetwas vergessen haben. Mama backt einen Kuchen nach dem anderen und kreiert ein neues Kartoffelsalatrezept, einen Nudelsalat und und und.
Und bei Papa habe ich das Gefühl, ich werde mit Bier getauft: Zwei Kisten hat er angeschleppt, außerdem sechs Flaschen Sekt.
Mir war das Drumherum ziemlich egal. Schließlich wußte ich ja, worum es ging: TÖBI KIRCHE, ALLE SINGEN, PETER WASSER TÖBIS KOPF, AMEN, ESSEN UND BIELPLATZ THURBERG. Ich war also einfach nur gut drauf und habe die Vorbereitungen über mich ergehen lassen. Sogar durchgeschlafen habe ich, damit Mama und Papa ausgeruht ins Wochenende gehen können.
Zu meiner großen Freude kamen alle geladenen Gäste schon am Samstag Nachmittag - Abend und haben Mamas Kuchen gegessen und später zusammen grilliert. Ich wollte gar nicht ins Bett, weil ich so gerne mit meinen Münchner Cousins Lukas & Max und meiner Cousine Emma spiele. Irgendwann um 21.30 Uhr fielen mir aber dann doch die Augen zu und ich bin mit dem Worten TÖBI TAUFE eingeschlafen.
Am Sonntag in der Kirche hat's mir super gefallen. Gleich zu Beginn hat der Pfarrer von der Taufe geredet. Damit alle wußten, dass der Täufling schon da ist, habe ich mich gleich mit TÖBI TAUFE TAUFE zu Wort gemeldet. Dann wurde aber erstmal gesungen. Ich war andächtig still, weil schließlich die ORGEL gespielt hat. Ich habe auf Mamas Schoß gesessen und das Gesangbuch gehalten, bis wir fertig waren. Viel zu früh, fand ich. Und habe gleich mal nachgefragt: ORGEL AUS??? ORGEL??? ORGEL AN! ORGEL ÜBEN!
Dann kam der große Moment: Wir vier Täuflinge (drei große Buben und ich) wurden mit unseren Familien und Gottis/Göttis zum Taufstein gebeten. Der Pfarrer verkündete, dass es für die großen Buben wohl etwas ganz besonderes sei, weil sie sich ihr ganzes Leben an ihren Tauftag erinnern würden, aber da hat er wohl die Rechnung ohne mich gemacht: Ich bin sicher, dass ich mich auch daran erinnern werde.
Denn das war nämlich so: Meine Gotti Corinne nahm mich auf den Arm und ging mit mir zum Taufstein. Erstmal musste noch Wasser geholt werden, denn das war in der Aufregung wohl vergessen worden. Dann wollte der Pfarrer mich auf den Arm nehmen, aber ich fand es bei Corinne viel schöner und habe mich an sie geklammert. Während der Pfarrer drei Mal mit dem Wasser kam, habe ich mit ihrer schönen Kette gespielt und AUFMACHEN gesagt. Das mit dem Wasser fand ich gar nicht schlimm. Dann gab's das versprochene AMEN und wir durfen uns wieder setzten.
So schnell kann's gehen! TÖBI TAUFT! Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes war ich sehr brav und vor allem begeistert, wenn die Orgel gespielt hat. Nach dem Gottesdienst gab's dann noch einen kleinen Apéro vor der Kirche, bevor wir zum Thurberg gefahren sind und ein richtig feines Mittagessen bekommen haben.
Für den Täufling gab es neben POMMES (was für ein Festessen!) viele schöne Geschenke. Hier eine kleine Liste, auf der aber bestimmt vieles fehlt, wie ich meine Mama kenne:
- einen Tauftaler & eine Lego Feuerwehr von Grofa und Oma Mechthild
- ein Velöli/Dreirad & einen großen "Notgroschen" von Oma Verena und Opa Horst
- eine Kinderbibel und noch einen "Notgroschen" von Gotti Christiane & Grossonkel Hermi
- den "Regenbogenfisch", ein T-Shirt mit meinem Namen drauf und eine Urkunde von Gotti Corinne
- ein Besteckset von Corinnes Eltern
- eine Tasche mit meinem Namen draufgestickt von Götti David und Tante Eva, Emma, Lukas & Max
Ganz schön viel, was!?
Nach dem Essen sind wir bei schönstem Wetter und toller Aussicht auf die Berge spazieren gegangen und wurden später mit leckerem Kaffee & Kuchen nochmal auf dem Thurberg verpflegt, was ich leider zum Teil verschlafen hatte. Mir hat dort ganz besonders der Spielplatz gefallen, die Gäste waren hin und weg vom feinen Essen.
Der Tag klang - soweit ich das aus meinem Kinderzimmer beurteilen kann - laut und mit ein wenig Schnaps für Gotti Christiane & Grossonkel Hermi, Oma & Opa Hamburg und ein Befreundetes Ehepaar aus dem Ort aus, die meiner Gotti & Mann Quartier geboten hatten. Muss echt lustig gewesen sein, aber ich war sooooo fertig von dem tollen Tag, dass ich am nächsten Morgen bis um 9 Uhr geschlafen habe.
Jetzt ist wieder der fast-Alltag eingekehrt: Einzig Papa ist in Moskau und Oma hier, aber ab morgen wird wieder alles wie immer sein: Ich spiele viel mit Mama und Papa, lese vormittags den Eisenbahn Kurier von Papa, gehe dann mit Mama in die Kirche zum Orgel spielen, Mittagsschlaf, Mittagessen (kann ich jetzt selbst!), am Nachmittag draußen spielen oder zur Tagesmami, abends gegen 19 Uhr ins Bett, aber nicht, ohne vorher noch ausgiebig mit Mama & Papa zu MUSEN (schmusen). Ist doch ein schönes Leben!
Alles Liebe,
Euer Jakob (20 Monate- der gerade unter Mamas krampfhaften Abstillversuchen zu leiden hat!) |