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Halloooooooooooh!
Da bin ich endlich wieder. Erst war meine Mama ziemlich schreibfaul, zwischenzeitlich gestresst, dann war der alte Rechner kaputt und zu guter Letzt hat sie versucht, dieser Seite ein neues Layout zu verpassen, was irgendwie nicht so recht gelingen wollte.
Kurze Info am Rande: Wir haben jetzt einen Schweizer Computer ohne "scharfes S" oder "SZ" wie es so schön heisst. Also wundert Euch bitte nicht!
Tja, womit soll ich beginnen? Vielleicht damit, dass Mama beginnt, ihre guten Vorsätze zu verwirklichen. Sie hat sich nämlich in einem Fitnessclub angemeldet. Okay, denkt ihr, das betrifft aber doch den Köbi gar nicht. Weit gefehlt: Dort gibt es nämlich Kinderbetreuung und deshalb geht mich das sehr wohl eine Menge an. Mich und Gabi. Das ist nämlich die Betreuerin im Kinderclub. Wir zwei sind ein tolles Gespann und ich weiss auch schon ganz genau bescheid:
"Mama a chli Velo fahre und Sport mache. Köbi mit Gabi spielle!" Könnte doch schlimmer sein, oder!?
Und wer hat Mama auf die Idee mit dem Fitness gebracht? Der Silvesterabend? Niemals! Noch eine Frau, die kürzlich in mein Leben getreten ist: Die Mütterberaterin. Jetzt fragen sich alle Deutschen sicher: WAS ist denn eine Mütterberaterin. Kurz und knapp: Sowas wie die Supernanny. Nur nicht mehr ganz so jung und ganz so knackig, dafür aber umso strenger.
Letzte Woche waren wir das erste Mal bei der Frau Mütterberaterin. Hui, hat die mir Bescheid gegeben, als ich ihre Jalousien zerlegen wollte! Und überhaupt: Ich muss jetzt immer unter der Treppe sitzen, wenn ich Zuhause etwas Blödes anstelle. Ist wirklich wie im Film!
Also sitze ich dort, werde NICHT bespasst oder beachtet, ausser wenn ich unerlaubt aufstehe und bin echt sauer: KÖBI WEINT!!!! KÖÖÖÖÖBIIIII WEINT!!!! rufe ich dann immer, aber Mama oder Papa kommen erst, wenn die Minute um ist. Dann werde ich gefragt, warum ich unter der Treppe sitze: "Köbi Blume runter worfen. Köbi Bini am Schwanz zogen. Köbi Weinflasche runter schmissen. Köbi Telefon kaputt macht. Köbi Radio runter worfen." Ich habe viele Gründe dort zu sitzen.
Dann sage ich zu Mama: "Köbi wieder lieb sein. Nicht mehr Blume runter werfen. Okay? Schuldigung?" und reiche Mama die Hand. Mama verkneift sich in solchen Fällen meistens ein Lachen, aber ich sehe es trotzdem und darf dann aufstehen. Und schon geht's munter weiter...

Erfreuliches gibt es von der Ungarisch-Front zu berichten: Die Tageseltern haben gerade gestern vermeldet, dass mein Wortschatz wächst. Ich bringe meistens 1-2 Wortsätze hervor, die man aber prima verstehen kann. Gestern habe ich zur Tagesmami gesagt: "Tagesmami Ungarisch redet!" und "Das Ungarisch!" als ich etwas nicht verstanden habe. Früher habe ich immer nur gesagt: "Tagesmami sagt sounso."
Schweizerdeutsch geht schon fast besser als Hochdeutsch. Tja, Oma und Opa, da muss ich bald mal wieder bei Euch Sprachferien machen!
Am Telefon bin ich auch schon gesprächiger geworden: Zum einen nehme ich selbständig das Telefon und drücke auf Wahlwiederholung und falls dann Oma drann ist, schwätze ich munter drauf los: "Haaalllo! Viele Grüsse! Schlingel! Hallo Kööööbi!" Irgendwie habe ich aber noch nicht durchschaut, dass der Angerufene nicht das sieht, was ich gerade vor mir habe und so erzählte ich z.B. gestern Abend meiner westfälischen Grosstante von dem Bauernhofbuch, was ich mir gerade ansah: "Da Maulschlüssel. Ist wie Gabelschlüssel, aber Maulschlüssel. Opa sagt das!"
Die Tante hat's irgendwie nicht so richtig verstanden, sich aber gefreut, dass ich schon beim zweiten Versuch nicht mehr Tante DOSE, sondern Tante DORIS sagen konnte.
Zu meinem zweiten Geburtstag gab's eine riesengrosse Party. Eigentlich gab's sogar zwei Partys, weil mein Grofa und Oma Mechthild erst einen Tag später kommen konnten. Von Freunden, Gotti und Verwandtschaft habe ich viele tolle Bücher, CDs, etwas zum Anziehen und Knete plus Zubehör bekommen. Ich kann Euch sagen: Knete ist der ganz grosse Wurf! Ich kann damit alles kochen was mir schmeckt, mit dem neuen Nudelholz schönen Pizzateig ausrollen. Genial!
Von meinen Eltern gab's zum Geburtstag eine Tafel, eine selbstgebaute und bemalte Kiste für Stifte, neue Stifte und einen lustigen Pulli mit dem Aufdruck "Ich bin bald 3!". Wie ein Dreijähriger verhalte ich mich auch derzeit mit den Trotzanfällen und ich kann es kaum erwarten, endlich in die Schule zu kommen. "Was lernt man denn da?" Werde ich gelegentlich gefragt: "Rechnen, Lesen, Sreiben! Köbi auch Schule gehen!"
Ja, warum eigentlich nicht? Zahlen sind zwar wieder in Vergessenheit geraden. Nach der Drei kommt im Augenblick meistens die Fünf, aber dafür erkenne ich einige Buchstaben. Klar, von dem M hatte Mama schon erzählt, aber seit ich die Tafel mit Magnetbuchstaben habe, schleppe ich regelmässig das V an, verkünde "Wie Vreni!" oder das O... "wie Opa!". Und meine Eltern sind ein wenig ratlos, was sie mit einem Zweijährigen machen sollen, der aus 26 verschiedenen Buchstaben B - E - T - T heraussucht und sie in der richtigen Reihenfolge (aber mit verdrehtem E) an die Tafel klebt und verkündet: "Da! BETT steht da!"
Was die Mütterberatung sagen würde, weiss ich schon: "Jakob muss unter der Treppe sitzen!"
Bäh!
Viele Grüsse, Euer Jakob |