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Hallo!
Heute ist Fasching! Endlich! Ich war bei meinem Freund Fritzle eingeladen, weil der 2. Geburtstag hatte. Geschenkt haben wir ihm mein Lieblingsbuch, den "Grüffelo". Falls mich mal wieder jemand mit einem Geschenk bedenken will, an dieser Stelle einen Tipp: Das "Grüffelokind" hätte ich gerne.
Ansonsten haben wir schon so viel Spielzeug, dass meine Mama bald gar nicht mehr weiss, wo sie damit hin soll. Auch über zu wenig zum Anziehen für mich können wir uns nicht beklagen.
Zum Fasching hat mir meine Mama ein Fliegenpilzkostüm aus Filz gemacht. Einen kleinen roten Hut haben wir bei Karstadt gekauft. Papa hat immer wieder betont, dass ich als Giftpilz und Mama als Hexe doch eigentlich gar nicht verkleidet sind...

...hat er aber nicht ernst gemeint... oder vielleicht doch, aber mit einem Augenzwinkern.
Gestern Nachmittag musste Papa nicht arbeiten und wir haben alle zusammen bei der Migros gegessen. Dort kann man herrlich im Kinderhüsli spielen und meine Eltern meinen immer, ihre Ruhe zu haben.
Kann man mit mir im Schlepptau aber vergessen: Es waren noch vier grosse Kinder (5 Jahre und aufwärts) da, mit denen ich Fangis gespielt habe und denen ich Cowboyhut, Prinzessinenkrone und so einiges mehr weggenommen habe.
Irgendwann lief eine Achtjährige zu ihrer Mama und rief: "Mammi, de chline Bueb wött mir s Glace wegneeeh!" (Mama, der kleine Junge will mir das Eis wegnehmen). Die Mami musste einschreiten. Meine Mama blieb sitzen, weil sie der Ansicht ist, dass wir das unter uns ausmachen müssen, solange ich keine kleineren Kinder ärgere....
... deshalb ärgere ich ja auch nur die Grossen! Hihi!
Am Dienstag kam ich von der Tagesmami nach Hause und habe immer gerufen: NEM SZOBOT! NEM SZOBOT! Meine Eltern waren ratlos, was das nur heissen könnte und ich wollte es auch nicht übersetzen. Eine Facebook-Anfrage bei einem ungarischen Freund brachte die Auflösung: NEM SZOBOT heisst DAS DARFST DU NICHT! Klar, oder!? Da hätten sie doch auch selbst drauf kommen können.
Meine sprachlichen Fähigkeiten nehmen täglich zu, sowohl Deutsch, Schweizerdeutsch als auch Ungarisch, aber auf Deutsch verwechsele ich zur Zeit noch ich und du. Wenn ich abends nicht schlafen will, wieder mal oben im Flur hinter dem Gitter stehen und meine Eltern hochkommen, frage ich sie: KANNST DU NICHT SCHLAFEN?
Und wenn ich rausgehen möchte, sage ich manchmal DU AU VERUSSE GOA! (Schweizerdeutsch= Du auch raus gehen!).
Mein kleiner Freund Fritzle spricht noch nicht so viel, deshalb habe ich ihm beim letzten Besuch einfach mal was gesteckt: SAG MAL WAS! Aber es hat nicht geholfen. Dafür kann Fritzle besser klettern. Tja, werde ich eben QUATSCHTANTE (kann ich auch schon sagen) und Fritzle wird Bergsteiger.
Die Kater werden übrigens nicht mehr ganz so schlecht von mir behandelt, weil ich gemerkt habe, dass sie schön schnurren, wenn man sie streichelt. Also lege ich den Kopf auf Binis Bauch und höre einfach zu. Bini ist der geduldigste Kater der Welt, sitzt am liebsten auf der Motorhaube von Mamas oder Papas Auto und fährt auch schon mal ein Stückchen mit, wenn er nicht merkt, dass der Motor schon an ist.
Gestern war ich mit Papa im Schwimmbad und habe natürlich mal wieder die Schwimmwindel vollgemacht. Mit Ansage sogar. Papa hat's aber meisterhaft gehandhabt und wir hatten einen tollen Nachmittag zusammen. Könnte nicht öfter ein Papanachmittag mit Schwimmbad oder Bahnhofsbesuch sein?
Am Montag musste der ADAC kommen, weil ich die Innenbeleuchtung in Papas Auto nicht ausgeknipst hatte. Die Batterie war tot und wir sind hinter dem ADAC-Auto in die nächste deutsche Grossstadt gefahren. Dort durfte ich zugucken, wie die Batterie gewechselt wurde und habe dem Kfz-Meister gleich mal einiges erzählt: KÖBIS OPA AUCH WERKSTATT HAT. KÖBI UND OMA LATZHOSE AN HABEN. OPA AUCH HEBEBÜHNE HAT UND MAULSCHLÜSSEL UND AKKUBOHRER UND GAAAANZ VIEL SCHRAUBEN.
Der Meister und seine vielen Kollegen, die nach kurzer Zeit um mich herum standen, waren begeistert von mir und ich machte mich mit meiner gelben Warnjacke, die aussieht wie die vom ADAC, auch echt gut zwischen ihnen. Der eine sagte zu mir: "Wenn du gross bist, kannst du hier arbeiten kommen!" Ich war bollestolz und habe allen zum Abschied die Hand gegeben. Mama war die ganze Zeit im Büro der Werkstatt und hat alles durch die offene Werkstatttür beobachtet. Eigentlich hätte sie aber auch weg gehen können. In so einer Werkstatt fühle ich mich richtig wohl!
Viele Grüsse,
Euer Köbi |