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Kinderhotel - nein Danke?
24.09.2009 11:25:18

Meine Mama hätte eines nie gelaubt: Dass sie sich in einem Kinderhotel wohlfühlen würde. Sie dachte dabei an hunderte schreiende und laut spielende Kinder, ständige Beschallung mit Kinderliedern und schlaflose Nächte durch Babygeschrei in dolby surround-Sound.


Aber nun ist erst eine Nacht vergangen, ich habe dank umfangreicher Bespaßung im Baby-Hort eine erholsame Nacht in meinem schönen Kinderzimmer mit Blick auf die Berge verbracht, bin nicht ein einziges Mal aufgewacht, habe beim Frühstück nicht auffälliger randaliert als meine kleinen Freunde und Mama und Papa haben sich beim Notentippen, Krimis lesen und Sekt trinken erholt. Das Wetter spielt auch mit, das Rahmenprogramm mit Aqua-Fitness und Nordic-Walking ist erträglich, die Klientel nicht prollig und alles ist blitzesauber.


In meinem Kinderzimmer begrüsste mich eine Kiste mit Legosteinen, überall steht frisches Obst - am liebsten mag ich HEIBULU (Heidelbeeren) - und meine Eltern genießen die tolle Vier-Sterne-Küche, die kleine aber feine Leckereien anbietet.


Eben, als meine Mama in der Tiefgarage ihre Sonnenbrille aus dem Auto holte, damit sie auf dem Balkon besser den Blick auf die Berge genießen kann, begegnete sie einem Zwillingskinderwagen mit laut lachenden kleinen Jungen darin. Beim näheren Anblick stelle sich heraus, dass das mein Kumpel und ich waren, die von einer Betreuerin in den nahegelegenen Park ausgefahren wurden. Hätte sie gar nicht gedacht, dass ich nur kurz winke und dann weiterlache und mich mit dem Kumpel vergnüge.


Kinderhotel - ich komme wieder! Verlasst Euch drauf!

Neues aus dem Ungarisch-Unterricht...
21.09.2009 21:11:29

Meine ungarischen Tageseltern - habe sie mittlerweile echt ins Herz geschlossen und wenn ihr Enkel MAIK da ist, bin ich besonders gut gelaunt. Denn MAIK ist mit seinen 4 Jahren schon ein echt großer Junge und es macht natürlich Laune, mit ihm zu spielen... obwohl er das glaube ich anders sieht!






Wenn also nur Maik und ich dort sind, sprechen die Tageseltern nur Ungarisch, wenn andere Kinder da sind, sprechen sie mit mir und Maik Ungarisch, mit den anderen eine Abwandlung vom Schwizerdütschen. Hin und wieder, wenn ich von den beiden zurückkomme, habe ich ein neues Wort drauf und meine Mama muss im Online-Lexikon auf Suche gehen, wenn sie wissen will was es heißt.






Als sie mich heute abholte, waren die Tagesmami und ihr Mann ganz außer sich. Ich hatte diverse Zwei-Wort-Sätze auf Ungarisch gebildet und mir die Worte Backofen und Schublade (Mama hat die ungarischen Wörter hierfür leider vergessen) nach nur einem Mal vorsprechen seitens der Tagesmami gemerkt. Eine Stunde danach lief ich zum Backofen, zeigte drauf und rief .... (hihi, wenn Mami das Wort nur wieder einfallen würde) BACKOFEN-AUF-UNGARISCH.






Aber noch viel mehr aus dem Häuschen waren die Tageseltern, als sie sich relativ zügig auf Ungarisch unterhielten, ich zufällig ein Wort davon verstand und es ganz laut sagte: HALLGAT und noch irgendwas anderes. HALLGAT heißt "Hör mal her" oder so ähnlich.






Meine Eltern haben sich über die Fortschritte gefreut, sind sich aber nicht sicher, ob ich nicht meine drei Sprachen Deutsch, Schweizerdeutsch und Ungarisch durcheinander bringe. Mal abwarten. Ich bin ja noch so klein und vergesse diese fremden Wörter sicher schnell wieder.






Lustig ist übrigens, wenn ich mittags durch die Gegend gefahren werde, damit ich einschlafe. Das funktioniert nur noch selten, denn ich weiß immer genau wo wir hinfahren und je nach Route bin ich dann ziemlich aufgeregt. Wenn wir nach Süden fahren, kommen wir zu meinem Freund, dem Bauern DÖLF mit dem tollen TRAKTOR, der BRUMMBRUMM und TUCKTUCK macht und ganz laut ist, der KÜHE hat und mir TOMATEN schenkt. Wenn wir nur im Dorf herumfahren, geht's beim PFARA (Pfarrer) vorbei, bei dem wir neulich DANKE für die schöne TAUFE gesagt haben. Oder wir fahren bei ALICE vorbei, die viele schöne Sachen verkauft und bei der wir nächste Woche ein neues SPARSCHWEIN kaufen gehen, weil ich meines kaputt gemacht habe.  Auch die "Shoppingroute" Richtung Norden mit ALDI, LIDL und MIGROS lässt mich nicht mehr einschlafen.






Mama hat schon gesagt, wenn ich weiter so viel rede, gibt sie mich bald regelmäßig im MIGROS-Kinderparadies ab und sagt, ich wäre schon drei Jahre alt - eben nur noch ein bisschen klein für mein Alter. Dann kann sie in aller Ruhe Kaffee trinken gehen.




Und sonst? Heute Abend habe ich wieder etwas losgelassen: "MAMA TÖBI STINKEFÜSSE RIECHEN. UUUUH MACHEN!" und gestern beim Orgel üben, als Mama meinte, sie müsse noch ein Register - die Koppelflöte - ziehen: "MEHR KOPPELFLÖTE? LAUT PFEIFEN!"






Übermorgen fahren wir in den Urlaub. Mama und Papa haben ein tolles Kinderhotel gebucht. Ich weiß zwar nicht, was mich dort erwartet, aber wenn die beiden sich so drauf freuen, wird's bestimmt nett werden.






Liebe Grüsse,






euer Jakob

Getauft!
17.09.2009 12:39:15

Ja, wie ist das, wenn man getauft wird?


Mama und Papa stehen die beiden Tage vorher Kopf, rennen ständig zum Supermarkt, weil sie irgendetwas vergessen haben. Mama backt einen Kuchen nach dem anderen und kreiert ein neues Kartoffelsalatrezept, einen Nudelsalat und und und.


Und bei Papa habe ich das Gefühl, ich werde mit Bier getauft: Zwei Kisten hat er angeschleppt, außerdem sechs Flaschen Sekt.


Mir war das Drumherum ziemlich egal. Schließlich wußte ich ja, worum es ging: TÖBI KIRCHE, ALLE SINGEN, PETER WASSER TÖBIS KOPF, AMEN, ESSEN UND BIELPLATZ THURBERG. Ich war also einfach nur gut drauf und habe die Vorbereitungen über mich ergehen lassen. Sogar durchgeschlafen habe ich, damit Mama und Papa ausgeruht ins Wochenende gehen können.


Zu meiner großen Freude kamen alle geladenen Gäste schon am Samstag Nachmittag - Abend und haben Mamas Kuchen gegessen und später zusammen grilliert. Ich wollte gar nicht ins Bett, weil ich so gerne mit meinen Münchner Cousins Lukas & Max und meiner Cousine Emma spiele. Irgendwann um 21.30 Uhr fielen mir aber dann doch die Augen zu und ich bin mit dem Worten TÖBI TAUFE eingeschlafen.


Am Sonntag in der Kirche hat's mir super gefallen. Gleich zu Beginn hat der Pfarrer von der Taufe geredet. Damit alle wußten, dass der Täufling schon da ist, habe ich mich gleich mit TÖBI TAUFE TAUFE zu Wort gemeldet. Dann wurde aber erstmal gesungen. Ich war andächtig still, weil schließlich die ORGEL gespielt hat. Ich habe auf Mamas Schoß gesessen und das Gesangbuch gehalten, bis wir fertig waren. Viel zu früh, fand ich. Und habe gleich mal nachgefragt: ORGEL AUS??? ORGEL??? ORGEL AN! ORGEL ÜBEN!


Dann kam der große Moment: Wir vier Täuflinge (drei große Buben und ich) wurden mit unseren Familien und Gottis/Göttis zum Taufstein gebeten. Der Pfarrer verkündete, dass es für die großen Buben wohl etwas ganz besonderes sei, weil sie sich ihr ganzes Leben an ihren Tauftag erinnern würden, aber da hat er wohl die Rechnung ohne mich gemacht: Ich bin sicher, dass ich mich auch daran erinnern werde.


Denn das war nämlich so: Meine Gotti Corinne nahm mich auf den Arm und ging mit mir zum Taufstein. Erstmal musste noch Wasser geholt werden, denn das war in der Aufregung wohl vergessen worden. Dann wollte der Pfarrer mich auf den Arm nehmen, aber ich fand es bei Corinne viel schöner und habe mich an sie geklammert. Während der Pfarrer drei Mal mit dem Wasser kam, habe ich mit ihrer schönen Kette gespielt und AUFMACHEN gesagt. Das mit dem Wasser fand ich gar nicht schlimm. Dann gab's das versprochene AMEN und wir durfen uns wieder setzten.


So schnell kann's gehen! TÖBI TAUFT! Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes war ich sehr brav und vor allem begeistert, wenn die Orgel gespielt hat. Nach dem Gottesdienst gab's dann noch einen kleinen Apéro vor der Kirche, bevor wir zum Thurberg gefahren sind und ein richtig feines Mittagessen bekommen haben.


Für den Täufling gab es neben POMMES (was für ein Festessen!) viele schöne Geschenke. Hier eine kleine Liste, auf der aber bestimmt vieles fehlt, wie ich meine Mama kenne:


- einen Tauftaler & eine Lego Feuerwehr von Grofa und Oma Mechthild


- ein Velöli/Dreirad & einen großen "Notgroschen" von Oma Verena und Opa Horst


- eine Kinderbibel und noch einen "Notgroschen" von Gotti Christiane & Grossonkel Hermi


- den "Regenbogenfisch", ein T-Shirt mit meinem Namen drauf und eine Urkunde von Gotti Corinne


- ein Besteckset von Corinnes Eltern


- eine Tasche mit meinem Namen draufgestickt von Götti David und Tante Eva, Emma, Lukas & Max


Ganz schön viel, was!?


Nach dem Essen sind wir bei schönstem Wetter und toller Aussicht auf die Berge spazieren gegangen und wurden später mit leckerem Kaffee & Kuchen nochmal auf dem Thurberg verpflegt, was ich leider zum Teil verschlafen hatte. Mir hat dort ganz besonders der Spielplatz gefallen, die Gäste waren hin und weg vom feinen Essen.


Der Tag klang - soweit ich das aus meinem Kinderzimmer beurteilen kann - laut und mit ein wenig Schnaps für Gotti Christiane & Grossonkel Hermi, Oma & Opa Hamburg und ein Befreundetes Ehepaar aus dem Ort aus, die meiner Gotti & Mann Quartier geboten hatten. Muss echt lustig gewesen sein, aber ich war sooooo fertig von dem tollen Tag, dass ich am nächsten Morgen bis um 9 Uhr geschlafen habe.


Jetzt ist wieder der fast-Alltag eingekehrt: Einzig Papa ist in Moskau und Oma hier, aber ab morgen wird wieder alles wie immer sein: Ich spiele viel mit Mama und Papa, lese vormittags den Eisenbahn Kurier von Papa, gehe dann mit Mama in die Kirche zum Orgel spielen, Mittagsschlaf, Mittagessen (kann ich jetzt selbst!), am Nachmittag draußen spielen oder zur Tagesmami, abends gegen 19 Uhr ins Bett, aber nicht, ohne vorher noch ausgiebig mit Mama & Papa zu MUSEN (schmusen). Ist doch ein schönes Leben!


Alles Liebe,


Euer Jakob (20 Monate- der gerade unter Mamas krampfhaften Abstillversuchen zu leiden hat!)

Taufe voraus...
10.09.2009 08:41:03

Am kommenden Wochenende ist es endlich soweit:


1. Jakob wird 20 Monate alt und


2. Jakob wird getauft!


Der Wetterbericht verspricht zwar ein "durchwachsenes" Spätsommer/Frühherbstwochenende, aber die Norddeutsche Verwandtschaft ist eine "steife Brise" gewöhnt und wird sich dadurch nicht schockieren lassen.


Jakob hat die Taufzeremonie in ihren Grundsätzen begriffen und wenn man ihn nach dem kommenden Wochenende fragt, erzählt er folgendes:


"TÖBI TAUFE - COINNE KOMMT - MAX KOMMT - MAX MIT TÖBI BIELEN - WASSER DAAAAH (zeigt auf seine Stirn) - NASS - PETER (das ist der Pfarrer) AMEN."


Die Jakobsmama kämpft immer noch mit dem Bemalen des "Tauftierchens", einem herzigen Nilpferd aus Holz, was nach der Taufe in der Arche der Kirche verbleibt und - mit Jakobs Namen, Geburtstag und Taufdatum verziehrt - an seine Taufe erinnern wird.


Noch schielt dieses Nilpferd allerdings und sieht nicht so besonders freundlich aus. Allerdings sind mir die Farben ausgegangen und bevor ich das Problem beheben kann, muss ich im CoopBaumarkt neue kaufen. Köbi wird's freuen... er liebt den BAUMAAAKT und will dort IMBUS, BOOMASCHINE, DÜBEL und SRAUBEN kaufen. OPA HORST PUMPE HEIL, PAPA IMBUS TISCH TÖBI BAUEN. (Ja, wir haben jetzt einen Kindertisch von IKEA - den für 50CHF - zum malen und lesen für Köbi.)


Ansonsten besteht unserer momentaner Alltag aus sehr wichtigen Dingen. Gerade plappert Jakob "POMMES ESSEN", obwohl es eines bei uns garantiert nie gibt. POMMES. Er hat sie nur zwei Mal auf der Autofahrt bekommen. Wichtig ist Köbi auch das tägliche ORGEL ÜBEN. Will heißen, er bringt den KIRCHENDÜSSEL, den ORGELDÜSSEL und die NOTEN und quakt so lange "MAMA ORGEL ÜBEN. LOS!", bis wir zur Kirche gehen. Dort sitzt er geduldig auf der Orgelbank und hört zu. Neulich hat er sich die Füße zwischen den Pedalen eingeklemmt und kurze Zeit später seinen Finger unter die Tasten gelegt und ich - nichtsahnend - habe natürlich genau auf diese Taste gedrückt. Au!


In Sachen "Au" gibt es noch eine Verbrennung des Unterschenkels zu vermelden. Die dazugehörige Geschichte wird allen Beteiligten (allen voran Oma und Opa Hamburg) auf ewig in Erinnerung bleiben und braucht hier nicht breitgetreten werden. Aber leider geht es dem verbrannten Unterschenkel nebst Besitzer noch nicht richtig gut und so muss täglich der Verband gewechselt werden. Mittlerweile sind auch diverse Lego-Bauern und Lego-Busfahrer mit Verbänden ausgestattet und Jakob genießt die tägliche Belohnung seiner Tapferkeit in Form von Schokolade. TÖBI TAPFER... LADE ESEEN, HONIG SNULLER HABEN.


So, das war's erstmal wieder aus der Schweiz.


Viele Grüsse,
Kristin -  bald mit getauftem Sohn :)

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